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Haushalt: Die Erhaltung des Lebens, darauf war die gesamte Arbeit der Indianerfrau ausgerichtet. Sie betätigte sich als Sammlerin, Pflanzer, Köchin, Gerberin, Näherin, Hausbauer, Krankenpflegerin, Mutter, Ratgeberin, Partnerin und Wohltäterin Armen gegenüber. Wenn sie all dies tat, fühlte sie sich eins mit Mutter Erde, sah sie in den Pflichten ihres Alltags einfach nur die Aufgaben, die Frauen eben erledigten, so wie vor ihr die Mutter es tat und nach ihr die Tochter es tun würde. Dabei fühlte sie sich natürlich nicht als die "Hausfrau" wie wir es oft tun. Wie anstrengend die Arbeit sein mochte, die Indianerfrau empfand es nicht erniedrigend, im Gegenteil: Kinder gebären, großziehen und ihren Töchtern wieder bei der Geburt und Erziehung der Kinder helfen, das gehörte für sie zum Kreislauf des Lebens.
Ihre Arbeit verrichtete die Indianerfrau meist in Gesellschaft von anderen Frauen, da die Aufgabengebiete beider Geschlechter meist klar getrennt in Frauen- und Männerarbeit bestand. Manche Arbeiten wie Hausbauen oder Kleidernähen für die Männer wurde in einigen Stämmen von Frauen, in anderen Stämmen von Männern erledigt. Der Mythos des Aschenbrödels oder Sklavin des Mannes basiert sicher auf den Berichten weißer Forscher, die eben nur sahen, dass die Frauen sich plagten, während die Männer faul herumlungerten oder Glücksspiele spielten, oder dass sie gar vollgepackt mit Kindern an der Hand hinter ihrem Mann herlief, der natürlich nichts trug. Dabei sahen diese Forscher nicht die anstrengenden langen Nächte der Lagerwache, die Tage, Wochen oder gar Monate, die die Krieger fern von zu Hause unter großen Entbehrungen auf der Jagd oder dem Kriegszug waren. Der Mann war für den Schutz und die Versorgung der Familie verantwortlich und wenn er dies nicht tat, konnte ihn die Frau in vielen Fällen einfach verlassen, ohne befürchten zu müssen, dass sie und ihre Kinder verhungerten.
Die täglichen Arbeiten einer Indianerfrau bestanden selten im ausgiebigen Putzen. Sauber gemacht war aufgrund der Umstände und "Einrichtung" ihres Hauses, Hütte oder Tipi schnell, meist fegen, Decken aufschütteln und abwaschen. Nach einer Heirat baute sie sich natürlich erst einmal ihre gemeinsame "Wohnung" und fertigte die Haushaltsgegenstände an, die sie benötigte: Hornlöffel, Körbe, Töpfe, Nadeln, Schabstöcke, Harken u.v.a. Die meiste Zeit verbrachte die Indianerfrau bei der Arbeit, die zur Produktion der Nahrung der Familie erforderlich war. Also Sammeln von Wurzeln, Beeren, Nüssen, Ahornsaft uvm. pflanzen von Mais, Kürbissen, Bohnen u.a. erjagtes Wild zerlegen; ernten; trocknen; mahlen oder zerstoßen der getrockneten Nahrung; konservieren der Nahrung; Wasser und Holz bzw. Brennmaterial holen; kochen der Nahrung. Obwohl die Nahrungsvorräte meistens den Frauen gehörten, wurde selten "gehortet" und die Etikette verbat ihnen, Hungrigen Essen zu verweigern, denn Großzügigkeit und Gastfreundschaft waren hochgeschätzte Tugenden in fast allen nordamerikanischen Indianerkulturen.
Bei den Bodenbau betreibenden Völkern wurde die Feldarbeit meist von den Frauen erledigt, aber bei den Pueblogruppen des Südwestens (Hopi, Zuni u.a.) gingen die Männer auf die Felder, da sie in ihrer Funktion als Jäger nicht voll ausgelastet waren.
Darüber hinaus fertigte die Frau die Kleider für sich und ihre Kinder und meist auch für ihren Mann an, webte Teppiche (z.B.Navajo) oder töpferte (z.B. Hopi), flocht Körbe (z.B. Pomo), kurz gesagt: Frauen sesshafter Völker beschäftigen sich neben ihrer Hausarbeit und Kindererziehung oft noch mit kunsthandwerklichen Dingen.
Überhaupt kann man sagen, dass Frauen sesshafter Stämme, vor allem auch die der Bodenbauer, einen höheren gesellschaftlichen Status innehatten als die Frauen nomadisierender Stämme. Das mag auch mit der wirtschaftlichen Unabhängigkeit dieser Frauen zusammenhängen, wenn ihnen vielleicht die Felder, das Vieh, das Heim oder die Nahrungsvorräte gehörten oder wenn einfach genug Nahrung vorhanden war und die Nahrungsbeschaffung sich nicht so schwierig gestaltete wie beispielsweise bei den Stämmen der Nordwestküste. Doch natürlich gab es Frauen, die von ihren Männern wirklich unterdrückt oder nicht hoch geschätzt wurden, wie u.a. bei den Chippewayn im subarktischen Norden oder bei den Yurok in Nordkalifornien. Doch haben auch diese Frauen sich kaum darüber beklagt oder einfach nur aufgegeben; nein, sie stellten ihre gesellschaftliche Position nicht in Frage, vielleicht auch weil sie es nicht anders kannten oder sich Verfügungsgewalten bei der Erziehung der Kinder und in den alltäglichen Arbeiten aneigneten.
Ob unterdrückt oder höchst geachtet, die indianische Frau hatte kaum Probleme mit Selbstverwirklichung, mit Selbstfindung u.ä. wie viele der heutigen Frauen der Industriestaaten unserer Welt. Sie war sich ihrer Rolle durchaus bewusst und wusste, dass sie genauso gebraucht wurde in der Gemeinschaft wie der Mann, indem sie ihren Teil der Arbeiten gern verrichtete, und darauf war sie stolz.


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